FAQ

Was ist Legasthenie bzw. Dyskalkulie?

„Ein legasthener Mensch, bei guter oder durchschnittlicher Intelligenz, nimmt seine Umwelt differenziert anders wahr, seine Aufmerksamkeit lässt, wenn er auf Buchstaben oder Zahlen trifft, nach, da er sie durch seine differenzierten Teilleistungen anders empfindet als nicht legasthene Menschen. Dadurch ergeben sich Schwierigkeiten beim Erlernen des Lesens, Schreibens und Rechnens.“ (Dr. Astrid Kopp-Duller 1995)

Im Gegensatz zu einer Lese-Rechtschreibschwäche bzw. Rechenschwäche, bei denen die Ursachen erworben sind, liegen Legasthenie und Dyskalkulie genetische Faktoren zugrunde.

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Hat Legasthenie/Dyskalkulie immer etwas mit schwacher Intelligenz zu tun?

Legasthenie und Dyskalkulie stehen in keinem direkten Zusammenhang mit der Intelligenz. Viele Betroffene sind auch überdurchschnittlich intelligent.

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Kann durch ein Training Legasthenie/Dyskalkulie geheilt werden?

Legasthenie und Dyskalkulie sind keine Krankheiten, sondern zumeist ein durch genetische Ursachen bedingter anderer Zugang zum Lesen/Schreiben bzw. Rechnen. Beides kann daher nicht geheilt werden. Ein Training ermöglicht es jedoch Schwächen zu schwächen und Stärken zu stärken. Die Kinder eignen sich dadurch Strategien im Umgang mit ihren Problembereichen an und können so vieles kompensieren.

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Wie oft sollten Trainingsstunden in Anspruch genommen werden?

In der Regel macht es Sinn eine Trainingsstunde pro Woche zu absolvieren und an den anderen Wochentagen ein 15 bis 20minütiges häusliches Training abzuhalten. Zu Ferienzeiten können auch intensive Trainingswochen oder ein individuell zusammen gestelltes Trainingsbuch überlegt werden.

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Was ist die AFS Methode?

AFS ist eine multisensorische, didaktisch- pädagogische Methode und steht für die unterschiedlichen Bereiche, die bei den betroffenen Kindern ausgetestet bzw. anschließend trainiert werden.

A – Training der Aufmerksamkeit

F – Training der Sinnesfunktionen (Optische und Akustische Teilbereiche, Raumorientierung und Körperschema)

S – Symptomtraining: Die Arbeit an den individuellen Fehlern

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Warum wird in den Trainingsstunden so viel gespielt, sollte nicht viel mehr an den Fehlern gearbeitet werden?

Die Spiele in den Trainingsstunden sind speziell auf den Trainingsbedarf des Kindes abgestimmt und fördern so auf spielerische und kindgerechte Weise die diversen Sinnesfunktionen. Über die Freude am Spiel kann das Kind die Inhalte besser aufnehmen und verinnerlichen.

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Kann ich eine Berücksichtigung von Legasthenie/Dyskalkulie in der Benotung fordern?

Die Richtlinien und Erlässe in Österreich sind von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Sinnvoll ist eine Absprache mit dem zuständigen Lehrpersonal und der Direktion. Auf jeden Fall kann gefordert werden, dass das Kind verstärkt mündliche Prüfungen absolviert, um sein Wissen unabhängig von Rechtschreibregeln zeigen zu können. Nähere Informationen entnehmen Sie bitte folgendem Link: http://www.schulpsychologie.at/lernen-leistung/lese-rechtschreibschwaeche/regionales/

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Gibt es finanzielle Förderungen für Trainingsausgaben?

In Österreich können Sie die Trainingsausgaben steuerlich absetzen (über den jährlichen Steuerausgleich). Da das pädagogisch-didaktische Training keine Therapie ist, können über die Krankenkassen im Regelfall keine Kosten rückerstattet werden.

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Was kann ich tun, wenn mein Kind keine Motivation zu Übungseinheiten zeigt?

Das wichtigste ist es den Kindern keinen Druck zu machen und bei gut verlaufenden Einheiten besonders viel zu loben. Aber auch an weniger erfolgreichen Tagen soll das Lob nicht zu kurz kommen. Selbst wenn Ihnen zehn Dinge negativ aufgefallen sind, suchen Sie die eine positive Sache heraus und loben Sie diese an Ihrem Kind.

Versuchen Sie die Vorlieben Ihres Kindes kennen zu lernen. Wann und wo kann Ihr Kind seine Aufmerksamkeit besonders gut auf das Übungsmaterial richten? Bestimmte Rituale können helfen: eine fixe Uhrzeit, eine fixe Dauer (15 – 20Minuten nicht überschreiten! Eventuell mit einer Sanduhr verdeutlichen), das Anzünden einer Duftlampe (Ätherische Öle von Zitrusfrüchten wirken sich meist positiv auf die Konzentrationsfähigkeit aus), den Raum durchlüften, eine Obstjause davor – binden Sie Ihr Kind in den Prozess mit ein.

Machen Sie die Lerneinheiten nicht nur FÜR Ihr Kind, sondern MIT Ihrem Kind. Auch Ihr Kind darf Ihnen als Abwechslung eine Aufgabenstellung geben. Dabei muss es die Abläufe genauso gut mitverfolgen, fühlt sich jedoch nicht in der Rolle des Schülers.

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Warum hat Ernährung etwas mit meiner Leistung oder Konzentration zu tun?

Um unser volles Potential abrufen zu können, brauchen wir einen fitten Körper, der aus einer Vielzahl an unterschiedlichen frischen Lebensmitteln seinen Bedarf an Inhaltsstoffen jederzeit auswählen und decken kann. Zu essen soll uns nicht nur satt machen, sondern uns gleichzeitig die Möglichkeit geben dem Körper ein facettenreiches Angebot zu liefern um unterschiedliche Situationen meistern zu können. Unser Körper kann eben nur aus dem wählen, was wir ihm anbieten.  

Ein Beispiel um dies zu verdeutlichen: Hat mein Kind die Aufgabenstellung mit Füllfeder zu schreiben, und ich biete ihm 10 verschiedene Bleistifte an, wird es die Aufgabe nicht lösen können. Braucht also mein Körper z.B. gerade bestimmte ungesättigte Fettsäuren, die in Nüssen reichlich vorhanden wären, und ich biete ihm stattdessen täglich Cornflakes mit Milch, wird er keine Chance haben seinen Bedarf zu decken und auf lange Sicht Mangelerscheinungen entwickeln – also seine Hausübungen nicht mehr richtig machen können.

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Kontakt

Lern-Fux

Mag. Susanna Reiskopf


Diplomierte Legasthenie- und Dyskalkulietrainerin und Hortpädagogin